Details

ISBN/EAN: 978-8-02-734562-5
Einband: kartoniertes Buch
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2022
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
92 S.
Format (T/L/B):
0.5 x 22.9 x 15.2 cm

Hersteller:
e-artnow s.r.o.
kristoferpaetau@gmail.com
Za sidlistem 22
CZ 14300 Prague


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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Adoleszenzkrise im Militärinternat: Macht, Begehren und moralische Instabilität der Jahrhundertwende

9,80 €

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Beschreibung

Robert Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß entfaltet in der scheinbar abgeschlossenen Welt eines k.u.k. Internats die geistige und moralische Krise eines Heranwachsenden. Die Geschichte um Törleß, Basini, Beineberg und Reiting verbindet psychologische Präzision mit einer kühlen, analytischen Prosa, die bereits zentrale Motive der literarischen Moderne vorwegnimmt: die Brüchigkeit rationaler Ordnungen, die Verführbarkeit durch Macht und die dunklen Zonen des Begehrens. Der Roman steht im Kontext der Jahrhundertwende und untersucht die Voraussetzungen jener Gewalt, die hinter bürgerlicher Disziplin verborgen liegt. Robert Musil, 1880 in Klagenfurt geboren, kannte militärische Erziehungsanstalten aus eigener Erfahrung und verband diese Prägung mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Schulung, philosophischem Interesse und scharfer Beobachtung sozialer Mechanismen. Gerade diese Verbindung aus autobiographischer Nähe und intellektueller Distanz ermöglichte ihm, das Internat nicht bloß als Schauplatz jugendlicher Grausamkeit, sondern als Modell einer Gesellschaft im Zustand innerer Instabilität zu gestalten. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die einen Entwicklungsroman ohne versöhnliche Vereinfachung suchen. Musils Debüt ist anspruchsvoll, verstörend und von bleibender Aktualität, weil es zeigt, wie Erkenntnis, Schuld und Gleichgültigkeit ineinandergreifen.

Über Robert Musil

Robert Musil (1880-1942) war ein österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker. Für sein literarisches Schaffen bedeutsame Einschnitte waren der Erste Weltkrieg sowie die Errichtung der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland und Österreich. Musils Werk umfasst Novellen, Dramen, Essays, Kritiken und zwei Romane. An seinem zur Weltliteratur zählenden Hauptwerk Der Mann ohne Eigenschaften, das von autobiographischen Aspekten mitbestimmt ist, hat Musil seit den 1920er Jahren bis zu seinem Tode fortlaufend gearbeitet, ohne es abschließen zu können.