Der Koran und die Lust am Erzählen - Cover
Neu

Details

ISBN/EAN: 978-3-89930-485-5
Einband: Englische Broschur
Weitere Details
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
512 S.

Hersteller:
Schiler & Mücke GbR
Tim Mücke
info@schiler.de
Hechinger Str. 3
DE 72072 Tübingen


Weitere Details arrow_forward_ios

Der Koran und die Lust am Erzählen

Mit Hegel auf den Spuren des Propheten

34,00 €

Noch nicht lieferbar

Beschreibung

Entgegen seinem Ruf als eisernem Gesetz ist der Koran ein Manifest der Lust. Wie bei Epikur ist diese allerdings auf Nach­haltigkeit angelegt, und wie bei Hegel ist das vom Koran erhobene Prinzip der Freiheit die zur Vernunft. Das klingt recht langweilig. Es ist es auch, wäre da nicht neben dem Apollinischen auch das Dionysische, die dunkle Seite des Korans, das Sibyllinische, die Gnosis, das Lachen des HERRN, die Allvernunft, der pure Wahnsinn, die unbändige Kraft einer göttlichen Rede, die so manchem seiner frühen Hörer den Atem raubte und zu dem medizinischen Befund führte: Exitus. Dieses Buch will zeigen, dass der Koran literarisch eine totale Form darstellt. Er verbindet die verschiedenen Formen des Denkens zu einem Ganzen. Er ist ein juristischer Kodex, ein Sagen- und Märchenbuch, ein theologischer Traktat, eine wissenschaftliche Abhandlung, ein technisches Lehrbuch bei näherem Hinschauen erweist sich jedoch, dass er all das ist und all das gerade nicht ist. Er verwirklicht Hegels Dialektik, indem er einen allumfassenden Kreisbogen umschreibt, 'in dessen Anfang, den einfachen Grund, die Vermitt­lung das Ende zurückschlingt [.].' Das klingt verwirrend, und tatsächlich ist Verwirrung eine der hervorragenden erzählerischen Strategien des Korans, die ihn als Buch der Weltliteratur auszeichnet.

Über Holzer Otto

Otto Holzer wuchs in einer Familie auf, in der über religiöse Fragen nicht gesprochen wurde. Seine Religion war folglich nicht das Wort, sondern die Musik, die er zu seinem Beruf machen wollte. Wie sich während des Hochschulstudiums herausstellte, fehlte ihm für eine Solistenkarriere aber die Begabung. Um sich neu zu orientieren, studierte er Islamwissenschaft und arbeitete vorwiegend zum Thema 'islamische Volksfrömmigkeit'. Gerade diese wilde Religiosität stellte Holzer vor methodische Probleme, die er durch eine intensive Beschäftigung mit der Philosophie zu lösen hoffte. Stattdessen gelangte er jedoch zu der Auffassung, dass Geisteswissenschaft sich allgemein nicht selbst begründen könne, weshalb er ihre Rechtfertigung vor allem darin sieht, dass sie Freude bereitet.